Inzuchtkoeffizient

Der Inzuchtkoeffizient gibt die Wahrscheinlichkeit für die Herkunftsgleichheit der beiden

Gene eines Genortes an. Herkunftsgleichheit bedeutet. Das die beiden Gene eines Genlocus in

Der Meiose entstandene Kopien ein und desselben Gens sind.

Vereinfacht gesagt. Gigt der IK eine Auskunft darüber wie nahe die beiden Elterntiere

Miteinander verwandt sind, d.h. ob sie gleiche Vorfahren haben.

Mit der Formel für den Inzuchtkoeffizienten lässt sich der Grat der Verwandtschaft zwischen zwei Tieren berechnen.

Der Zusammenhang ist klar. Je näher Paarungspartner miteinander verwandt sind. Um so höher ist das Inzuchtniveau der Nachkommen und der IK.

      

Die Formel für den IK lautet:

n1=Anzahl der Generationen zwischen dem Vater des Hundes und dem gemeinsamen Ahnen

n2=Anzahl der Generationen zwischen der Mutter des Hundes und dem gemeinsamen Ahnen

 

Beispiel: Ahnentafel von Bessi

Eltern

Großeltern

Urgroßeltern

Ur-Urgroßeltern

Ajax

Falk

Quick

Sauser

Imme

Dirndl

Horrido

Fuchtl

Digi

Axel

Fauk

Nitta

Hexe

Dilfi

Enna

Fella

Lauser

Horrido

Jork

Zigeunerprinzessin

Erda

Benno

Bärbel

Elster

Zaunkönig

Tim

Nige

Nixe

Alexander

Bimse

Ein Ahne, Horrido tritt auf der mütterlichen Seite als Urgroßvater auf, also n2=2 und auf der väterlichen Seite als Ururgroßvater auf, also n1 =3.

Die Formal lautet daher:    

Der IK beträgt 1,56%.

 

Beispiel: Ahnentafel von Jaspi

Eltern

Großeltern

Urgroßeltern

Ur-Urgroßeltern

Don

Cajus (1)

Benjamin (2)

Arno

Kitz

Comtesse

Ulk (6)

Ralle

Bijou (8)

Filou

Ulk (7)

Nitta

Hummel

Boss

Birke

Isabella

Ilya

Alf

Benjamin (2)

Nieta

Anje

Ulk (6)

Drossel

Distel

Cajus (1)

Benjamin (3)

Comtesse (4)

Bijou (8)

Filou (5)

Hummel (5)

 

Im Stammbaum der Japsi sind es insgesamt 4 Ahnen, die sowohl auf der väterlichen als auch auf der mütterlichen Seite vorkommen. Es ist dies einmal Cajus (1) der als väterlicher Großvater und als mütterlicher Urgroßvater auftritt. Berechnen wir gleich den Teilwert für den IK für diesen Ahnen. Zwischen dem Vater und Cajus liegt 1 Generation, zwischen der Mutter und Cajus liegen 2

Generationen, der Teilwert für den IK ergibt sich daher aus

   

Der zweite Ahne, der sowohl auf der väterlichen als auch auf der mütterlichen Seite auftritt, ist Benjamin (2). Er ist Urgroßvater auf der väterlichen Seite und Ururgroßvater auf der mütterlichen Seite. Der Teilwert für den IK ergibt sich daher aus folgender Rechnung:

Zahl der Generationen zwischen Vater und gemeinsamen Ahnen.

 

Zahl der Generationen zwischen Mutter und gemeinsamen Ahnen.

Benjamin (3) tritt noch ein zweites Mal als mütterlicher Ururgroßvater auf. Da er in diesem Fall aber als Vater des Cajus erscheint, der bei der IK-Berechnung ja schon berücksichtigt worden ist, wird das zweite Auftreten von Benjamin bei der IK-Berechnung vernachlässigt. Denn die Vorfahren eines auf der väterlichen und mütterlichen Seite auftretenden Ahnen dürfen bei der IK-Berechnung nur dann berücksichtigt werden, wenn sie unabhängig von diesen Ahnen noch einmal in der Ahnentafel vorkommen.

Das gleiche gilt für die Mutter des Cajus - Comtesse (4), sowie für die Eltern der Bijou (5).

Der dritte Ahne, der auf der väterlichen und der mütterlichen Seite vorkommt, ist Ulk (6). Er tritt sowohl auf der väterlichen Seite als auch auf der mütterlichen Seite als Ururgroßvater auf, wobei er auf der väterlichen Seite zweimal vorkommt . Wir müssen also folgendermaßen rechnen:

Zahl der Generationen zwischen Vater und gemeinsamen Ahnen = 3.

  

Zahl der Generationen zwischen Mutter und gemeinsamen Ahnen = 3.

Für das zweite Auftreten des Ulk (7) als väterlicher Ururgroßvater muß die gleiche Berechnung durchgeführt werden:

Zahl der Generationen zwischen Vater und gemeinsamen Ahnen = 3.

 

Zahl der Generationen zwischen Mutter und gemeinsamen Ahne n = 3.

Der vierte Ahne, der sowohl im väterlichen als auch im rnütterlichen Stammbaum erscheint, ist Bijou (8). Sie tritt als väterliche Großmutter und als mütterliche Urgroßmutter auf. Der Teilwert für den IK errechnet sich daher folgendermaßen:

Zahl der Generationen zwischen Vater und gemeinsamem Ahnen = 1.

 

Zahl der Generationen zwischen Mutter und gemeinsamem Ahnen = 2.

Der endgültige Wert für den IK der Hündin Japsi ergibt sich nun aus der Addition der Teilwerte.

Also: 0,0625+0,0156 +O,0075 +O,0075 +O,0625 = 0,1562,

Da der IK üblicherweise in Prozent angegeben wird, beträgt der IK der Hündin Japsi 15,62%.

Der Wert für den IK wird automatisch errechnet, wenn die Ahnentafel erstellt wird. Der IK ist abhängig von der An- zahl Generationen, über die er berechnet wird. Er steigt normalerweise von Generation zu Generation, da die meisten Hunde auf die gleichen Ahnen zurückgehen. Deshalb errechnet das Programm den IK für 3, 4, 5, und 6 Generationen.

Wenn Sie den hier errechneten IK mit dem IK aus anderen Veröffentlichungen vergleichen, vergewissern Sie sich, über wieviel Generationen der IK berechnet wurde.

Ahnenverlustkoeffizient (AVK)

Der Inzuchtkoeffizient gibt Auskunft darüber, wie nahe die beiden Elterntiere miteinander verwandt sind. Verpaart man zwei Hunde, die beide aus einer Vollgeschwister-Verpaarung entstammen, aber keine gemeinsamen Vorfahren haben, erhält man einen IK von 0%, obwohl jedes Elterntier einen IK von 25% hat.

 

Beispiel: Ahnentafel von Ben IK=0%, da Vater und Mutter keinen gemeinsamen Verwandten haben.

Ajax IK=25%

Falk

Quick

 

 

Dirndl

 

Sarnmy

Quick

 

 

Dirndl

Emma IK=25%

Lauser

Horrido

 

 

Erda

 

Patsy

Horrido

 

 

Erda

 

Wenn man bei dieser Ahnentafel nur den IK betrachtet, kann man leicht in die Irre geführt werden.

Eine recht einfache Methode, die zwar die Berechnung des Inzuchtkoeffizienten (IK) nicht ganz ersetzt, aber für

die tägliche züchterische Praxis doch genügend Information vermittelt, ist die Berechnung des Ahnenverlustkoeffizienten (AVK).

Ahnenverlust liegt immer dann vor, wenn ein Ahne mehr als einmal in der Ahnentafel eines Tieres auftritt. Eine Ahnentafel über 5 Generationen weist 62 mögliche Ahnen aus. Wenn einer dieser 62 möglichen Ahnen zweifach auftaucht, hat der Hund tatsächlich nur 61 verschiedene Ahnen. Sind es drei Ahnen, die zweifach auftreten, besitzt der Hund nur 59 verschiedene Ahnen.

Der AVK wird berechnet als Quotient aus der Anzahl der tatsächlichen Ahnen und der Gesamtzahl der möglichen Ahnen.

Beispiel: Ahnentafel von Bessi 

Der Ahne Horrido tritt zweimal auf, von den 30 möglichen Ahnen ist daher 1 abzuziehen (= 29 tatsächliche Ahnen). Der AVK errechnet wie folgt:

AVK = 29 / 30 = 0,966

Der AVK des Hundes ist 96,6%.

 

Beispiel: Ahnentafel von Japsi

Hier ergibt sich folgende Rechnung:

Name des Hundes

Anzahl des Auftretens

Abzug

Cajus

2

1

Bijou

2

1

Benjamin

3

2

Comtesse

2

1

Filou

2

1

Hummel

2

1

Ulk

3

2

 

Gesamt:

9

Von den 30 möglichen Ahnen sind 9 abzuziehen (= 21 tatsächliche Ahnen). Der AVK für Japsi errechnet sich also

als Quotient aus

21:30 = 0,7

Japsi besitzt also nur noch 70% ihrer möglichen Ahnen.

 

Beispiel: Ahnentafel von Ben

Hier ergibt sich folgende Rechnung:

Name des Hundes

Anzahl des Auftretens

Abzug

Quick

2

1

Dirndl

2

1

Horrido

2

1

Comtesse

2

1

Erda

2

1

 

Gesamt:

4

 

Von den 14 möglichen Ahnen sind 4 abzuziehen (= 10 tatsächliche Ahnen). Der AVK für Japsi errechnet sich also als Quotient aus

10:14 = 0,7143

Ben besitzt also nur noch 71,43% seiner möglichen Ahnen.

Der Wert für den AVK wird automatisch errechnet, wenn die Ahnentafel erstellt wird. Der AVK ist abhängig von der Anzahl Generationen, über die er berechnet wird. Er nimmt normalerweise von Generation zu Generation ab, da die meisten Hunde auf die gleichen Ahnen zurückgehen. Deshalb errechnet das Programm den AVK für 3, 4,

5, und 6 Generationen.

Am Beispiel Japsi beträgt der AVK über 3 Generationen 85,71 %. Von den 14 möglichen Ahnen kommen 2 doppelt vor, nämlich Cajus und Bijou. Daher lautet die Rechnung 12:14 = 0,8571.

Wenn Sie den hier errechneten AVK mit dem AVK aus anderen Veröffentlichungen vergleichen, vergewissern Sie sich, über wieviel Generationen der AVK berechnet wurde.

Quelle: „ Hundezüchtung in Theorie und Praxis“ von Walter Schleger und Irene Stur; ISBN 3-224-1 7000-8 Jugend und Volk Wien

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